Mittwoch, 19. März 2014

Anonymus

Anonymus

Es versetzt mich immer wieder in Erstaunen, wie manche Menschen ticken.

Anfang Dezember 2013 ließ ich meinen Autorenblog auf die Öffentlichkeit los. In grenzenloser Naivität hatte ich die Kommentarfunktion, ohne vorherige Prüfung durch mich, auch für anonyme Schreiber freigegeben. Warum auch nicht? Ich ging ja davon aus, dass es sich generell um Anmerkungen zu Büchern, Kurzgeschichten oder Gedichten handeln würde.

Bereits nach drei Tagen musste ich diese Ansicht revidieren. Zwei namenlose Kommentare ließen mich ungläubig die Augen aufreißen.
Sie bezogen sich nur indirekt auf ein Gedicht. Viel mehr ging es um meine Person, um extrem unqualifizierte Meinungen, wie ich mein Leben zu gestalten hätte.

Kopfschüttelnd drückte ich den Löschen-Button, ärgerte mich noch einen Moment und änderte die Einstellung der Kommentarfunktion. Ab sofort hatte ich die Kontrolle darüber, was veröffentlicht wird und was nicht.

Ich habe kein Problem damit, kritische Anmerkungen oder auch absolute Verrisse zu veröffentlichen. Sie sollen sich aber bitte ausschließlich auf meine Texte beziehen. Niemandem räume ich das Recht ein, sich in mein Leben zu mischen. Jeder darf gerne eine Meinung dazu haben, sie mir auch privat mitteilen, wenn ihn das dringende Bedürfnis überkommt, aber in der Öffentlichkeit werde ich das nicht zulassen.

Nun gut. Ich hatte meine Ruhe und es fühlte sich keiner mehr bemüßigt, mir Vorschriften zu machen, dass ich dieses oder jenes lassen sollte.
Alle nachfolgenden Wortmeldungen bezogen sich nur auf den Inhalt der Texte. Meine kleine Welt war soweit wieder okay.

Heute flattert über Outlook eine Mail in mein Postfach. Freudig öffne ich sie, da mir das Popup-Fenster mitteilt, es gibt einen neuen Kommentar auf meinem Blog.
Tja, was soll ich sagen. Die oder der große Unbekannte hat erneut zugeschlagen.

HALLO!
Leute … was denkt ihr euch dabei? Klar, ich bin Autor, werde inzwischen auch recht viel gelesen, aber gibt es den Lesern das Recht, sich in meine persönlichen Belange einzumischen?

Mit Sicherheit nicht!

Dazu kommt … wenn die oder der große Schatten schon seinen geistigen Durchfall bei mir abladen muss, dann sollte sie / er doch so viel Arsch in der Hose haben, einen Namen unter den Erguss zu schreiben.

Jedenfalls werde ich diesen Schwachsinn nicht auf meinem Blog veröffentlichen.

Ich hoffe sehr, dass ich jetzt meine Ruhe habe. Lieber anonymer Schreiber, geh mir einfach nicht weiter auf den Geist. Mir ist nämlich völlig egal, was du über mich denkst. Mein Privatleben geht nur meinen Mann und mich etwas an.

Ende der Durchsage!